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Heiden
24.11.2022

Henry-Dunant-Museum hat die «Krone» verlassen

Ein Blickfang am Kirchplatz von Heiden: Der Wintergarten der «Krone» ist verwaist, nachdem das «Dunant Plaza» aufgegeben worden ist. Bild: zVg
Im letzten Jahr wurde im grossen Wintergarten des ehemaligen Hotel-Restaurants Krone am Kirchplatz in Heiden ein kleines Dunant-Museum mit Bistro betrieben. Nun stehen die Lokalitäten leer. Gesucht wird eine Nachfolge-Lösung, wobei die Wiederbelebung als Restaurant im Vordergrund steht.

Die von stolzen Haubentürmen gekrönte «Krone» am Kirchplatz ist eine vielbestaunte architektonische Exklusivität im Biedermeierdorf Heiden. Wechselvoll ist auch die Geschichte des Hauses. «Hotelier August Dietrich vereinigte Ende der 1890er-Jahre zwei benachbarte Einzelhäuser. 1902 wurde der verbindende Mitteltrakt mit einem Turm gekrönt», schreibt Andres Stehli im Buch «Heiden ums Jahr 1900». 1906 ging die Liegenschaft käuflich an Familie Kühne über, und als Vertreterin der dritten Generation führte Hotelière Monique Eggenberger-Kühne das Hotel ab 1985 während gut dreissig Jahren.

Stilgerechte Renovation und Dunant-Ausstellungen

Als neue «Krone»-Eigentümerin unterzog die Schubiger Vertriebs AG, St. Gallen, das Gebäude einer stilgerechten Renovation samt Lifteinbau. Während die oberen Geschosse als Firmen- und Wohnräume dienen, wurde der Wintergarten und die angrenzenden Räume an den Verein Henry-Dunant-Museum vermietet. Hier wurde in der Folge das «Dunant Plaza» eingerichtet, das mit Wechselausstellungen und einer Reihe von Referaten rund um den Rotkreuz-Gründer für Leben im Dorfzentrum sorgte. «Wir haben jetzt die ‘Krone’ geräumt und konzentrieren uns auf den ursprünglichen Museumsstandort im ehemaligen Krankenhaus», sagt Kaba Rössler als Co-Leiterin des Dunant-Museums. «Hier sind derzeit noch Umbauarbeiten im Gange, aber ab April 2023 werden wir unsere Aktivitäten wieder aufnehmen.»

Bald wieder ein Restaurant?

Die Eigentümerschaft ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Mieter. Angesprochen sind Gewerbler und andere Dienstleister, wobei sich der Wintergarten gepaart mit den Innenräumen bestens für eine Wiederbelebung als Restaurant eignen würde. Bleibt zu hoffen, dass in den leerstehenden Lokalitäten möglichst bald wieder neues Leben einkehrt.

Peter Eggenberger