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14.11.2022

Corona-Hammer: FC St.Margrethen muss Hilfsgelder zurückzahlen

Die St.Margrether Vereinsführung mit Majlinda Sulejmani (Vizepräsident) und Fredi Britt (Präsident) ist mit Rückforderungen der Corona-Gelder konfrontiert. Bild: leaderdigital.ch
Der sportlich arg gebeutelte FC St.Margrethen kommt auch neben dem Platz nicht zur Ruhe. Nun muss der Verein auch noch Corona-Hilfsgelder zurückzahlen. Die Hintergründe dazu sind schleierhaft.

Auch der Amateursport litt stark unter der Corona-Keule. Abgesagter oder reduzierter Spielbetrieb, dazu abgesagte Veranstaltungen liessen Einnahmen der Amateurvereine dramatisch schmelzen.

Im Zuge der Corona-Hilfsmassnahmen hatten auch Vereine aus dem Amateursport die Möglichkeit, um Unterstützungsgelder für ausgefallene Einnahmen anzusuchen. Mit rund 500 Millionen Franken hat der Bund den Schweizer Sport insgesamt auf verschiedenen Ebenen während der Corona-Krise unterstützt. 

Rückforderungen nur beim FC St.Margrethen

Auch der FC St.Margrethen machte Einnahmenausfälle geltend und kam in den Genuss von Unterstützungsgeldern. Nun muss der Tabellenletzte der zweiten Liga einen Teil der erhaltenen Gelder zurückzahlen, wie Präsident Fredi Britt gegenüber rheintal24 schriftlich bestätigt. 

Bekannt war bereits, dass Fussballprofiklubs vier Millionen der Corona-Hilfe zurückzahlen müssen, da Hilfsgelder des Bundes teilweise falsch genutzt wurden. Von Rückzahlungsforderungen an Amateurvereine war bis anhin nichts bekannt, auch nicht bei Vereinen im Rheintal, wie Recherchen von rheintal24 ergaben. 

Bleibt Spielertrainer Besart Shoshi trotz fehlender sportlicher Perspektiven auf der Rheinau? Bild: fas

Ungenügende Argumentation?

Warum ausgerechnet der FC St.Margrethen mit Rückzahlungsforderungen konfrontiert wurde, ist unklar. Dazu Präsident Fredi Britt: «Ich vermute mal, dass wir die ausgefallenen Veranstaltungen von 2020 nicht wie gewünscht belegen konnten.»

Britt gibt die Verantwortung weiter und teilt mit, dass Finanzchef Harry Vetsch für die Gesuche verantwortlich sei und diese auch gestellt habe. Rückfragen zur genauen Begründung der Rückforderung blieben im Anschluss unbeantwortet. 

Abstieg wohl nicht mehr zu vermeiden

Fakt ist: Die sportlich gebeutelten Unterrheintaler müssen einen beträchtlichen fünfstelligen Betrag an den Bund zurücküberweisen. Ein weiterer Nackenschlag für den aktuell unglücklich agierenden Verein unter dem Heldsberg.

Und damit ist auch klar: Der Abstieg in die 3. Liga wird auf der Rheinau kaum mehr zu vermeiden sein. Dazu nochmals Fredi Britt: «In der aktuellen finanziellen Situation können und dürfen wir nicht in die 1. Mannschaft investieren».

Der FC St.Margrethen steht damit vor einer schwierigen Rückrunde ohne sportliche Perspektiven. Auf der Rheinau ist Lichterlöschen angesagt - zumindest was die 1. Mannschaft betrifft.  

red/rheintal24