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13.11.2022

«SP diskriminiert Männer»

Die SP will keine Männer für die Bundesratswahl zulassen. SP-Ständerat Daniel Jositsch fühlt sich deshalb diskriminiert. Dr. Gut dazu: «Da hat der Rechtsprofessor recht. » Bild: pixabay.com
Die Parteispitze der Sozialdemokraten will keine männlichen Kandidaten für den Bundesrat zulassen. Wann hört die Geschlechterdiskriminierung endlich auf?, fragt sich Philipp Gut.

Daniel Jositsch sagt der eigenen Parteiführung den Kampf an. Der Zürcher SP-Ständerat will nicht akzeptierten, dass die Parteileitung männliche Kandidaten von der Bundesratswahl ausschliesst. Nun ist bei den Sozis der Teufel los.
Als Beobachter staunt man über die Tatsache, dass das Geschlecht als Kriterium für ein politisches Amt im Jahr 2022 nach Christi Geburt immer noch eine Rolle, sogar: die entscheidende Rolle spielt.

Frauenmehrheit im Bundesrat

Jositsch klagt, er werde als Mann diskriminiert. Da hat der Rechtsprofessor recht. Und es macht die Sache nicht besser, dass die Frauen lange selbst benachteiligt worden sind.
Seit über einem halben Jahrhundert haben sie auf eidgenössischer Ebene das Stimmrecht. In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stehen ihnen alle Türen offen. Vor wenigen Jahren gab es sogar erstmals eine Frauenmehrheit im Bundesrat.

Herr Wermuth, die bessere Frau

Das Geschlecht als politisches Ausschlusskriterium zu benützen, ist völlig verfehlt. Es ist ein Rückfall in die emanzipatorische Steinzeit.
Im Fall von SP-Co-Präsident Cédric Wermuth ist es darüber hinaus eine Doppelmoral der obersten Hubraumklasse: Als er bei den letzten Wahlen im Kanton Aargau für den Ständerat kandidierte, putzte Wermuth die Proteste der Genossinnen mit dem Satz weg, er sei als Mann die bessere Frau.
Eines muss man den Genossen lassen: Sie unterhalten uns mit ihrem Polit-Theater bestens.

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 jede Woche eine Kolumne, die auf den 16 dem Verbund angeschlossenen Portalen jeden Sonntagmorgen publiziert wird. Philipp Gut ist Buchautor und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Parteien, Verbände, Unternehmen und Private.

www.gut-communications.ch

Philipp Gut