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Wolfhalden
11.11.2022

Sefar AG gibt Standort Wolfhalden auf

Der seit 1907 in Wolfhalden ansässige Betrieb der Sefar AG (früher Schweizerische Seidengazefabrik AG) wird im Verlaufe der kommenden beiden Jahre aufgehoben Bild: Peter Eggenberger
Seit 1907 gehört die heutige Sefar AG zu den bedeutenden Unternehmen und Arbeitgebern von Wolfhalden. Im Verlaufe der nächsten zwei Jahre wird sich das traditionsreiche Unternehmen aus Wolfhalden zurückziehen.

1833 gründete der Franzose Pierre Antoine Dufour in Thal ein Seidengewebe herstellendes Unternehmen, das im Appenzeller Vorderland und Unterrheintal zahlreiche Heimweber beschäftigte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die vielen Heimwebereien durch Fabriken abgelöst.

Nebst dem Standort Thal wurden auch in Heiden und Wolfhalden Produktionsbetriebe errichtet, die unter dem Namen Schweizerische Seidengazefabrik AG bekannt wurden. Ab 1960 entstanden in Wolfhalden in vier Bauetappen das heutige Unternehmen der Seidengaze, die nach dem Zusammenschluss der Betriebe in Thal, Heiden und Wolfhalden den heutigen Namen «Sefar AG» erhielt.

Mit Alfred Kugler (1915 – 2009) war langjährig eine markante einheimische Persönlichkeit Betriebsleiter in Wolfhalden. Heute produziert die Sefar AG hochpräzise, weltweit gefragte Gewebe für Siebdruck, Filtrationen und andere industrielle Bedürfnisse.

Aufhebung wird bedauert

Entlassungen sind keine vorgesehen, werden doch den bis jetzt in Wolfhalden beschäftigten Sefar-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern Arbeitsplätze in Heiden oder Thal angeboten. «Schon seit längerem war bekannt, dass einer der drei Sefar-Standorte aufgegeben wird», sagt Gemeindepräsident Gino Pauletti, der die Schliessung verständlicherweise bedauert. «Es ist ein Verlust für die Gemeinde. Wolfhalden verliert Arbeitsplätze und damit auch Steuereinnahmen.»

Zukunft der Liegenschaft ist offen

Noch unklar ist die Zukunft der Fabrikliegenschaft mit einer Grundfläche von 10000 Quadratmetern. Die modernen, unmittelbar an der Durchgangsstrasse Rheineck/Thal – Heiden gelegenen Gebäulichkeiten mit guter Zufahrt und grossem Parkplatzangebot eigenen sich bestens für eine künftige industrielle und/oder gewerbliche Nutzung.

pd/rheintal24.ch